10 häufige Verhaltensprobleme bei Golden Retrievern

Currens, Pixabay

So gut wie alle Hunde sind großartige, kuschelige und herzerwärmende Gefährten, doch eine Hunderasse übertrifft sie alle: Golden Retriever. Viele Retriever-Fans nennen sie die freundlichste Hunderasse der Welt.

So perfekt wir uns alle unsere Retriever wünschen, gibt es einige Dinge, die Sie in Bezug auf ihr Temperament berücksichtigen sollten. Bevor Sie sich zum Kauf eines Golden Retrievers entscheiden, sollten Sie wissen, dass sie nicht nur goldig, putzig und niedlich sind. 

Dieser Artikel verdeutlicht einige Verhaltensprobleme, die gerade bei Golden Retrievern ein großes Thema sind. Natürlich gibt es auch Tipps und Hinweise, wie Sie diese unerwünschten Verhaltensweisen angehen können.

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Lernen Sie Ihren Retriever kennen: Grundkenntnisse

Was unter die normalen Verhaltenskategorien für Hunde fällt, kann für einige, insbesondere für neue Hundebesitzer, eine Überraschung sein. Machen Sie sie also auch mit den “unschönen” Eigenschaften von Retrievern vertraut.

Wie alle Hunde, springen und bellen Golden Retriever, um ihre Emotionen auszudrücken, z. B. Aufregung und Freude. Und sie jagen hinter Eichhörnchen oder anderen Hunden hinterher. All dies ist natürlich und normal.

Retriever sind auch sehr gesellige und energiereiche Hunde. Der Name kommt übrigens aus dem Englischen: to retrieve = etwas holen. Den Namen haben sie, weil sie gute Apportierhunde sind.

Als Hundebesitzer ist es unsere Aufgabe, dass wir diesen ekstatischen, liebevollen Jagdhunden geduldig und angemessen beibringen, unsere Regeln zu befolgen. Es dauert ungefähr 3 bis 4 Jahre, bis Ihr Golden Retriever ausgewachsen ist, aber solange Sie geduldig sind, werden Sie den besten Gefährten haben. Bei der Erziehung sollten sie Ihr Augenmerk auf häufige Verhaltensmuster richten.



Menschen anspringen

Golden Retriever lieben natürlich jeden, den sie treffen, auch wenn es jemand ist, den sie noch nie zuvor getroffen haben. Aber bei all der Freude werden sie manchmal ein bisschen zu freundlich. Eine besondere Art und Weise, wie Retriever Menschen normalerweise begrüßen, besteht darin, sie anzuspringen, um Hallo zu sagen.

Nun, das wäre kein Problem, wenn er noch ein junger Welpe mit 5 Kilo ist. Weniger lustig ist es, wenn Ihr Goldie 35-40 Kilogramm wiegt. Gefährlich wird es, wenn Erwachsene nicht darauf vorbereitet sind, oder für Menschen die älter und nicht so sicher auf den Füßen sind. Auch für kleine Kinder, die oft nicht viel größer als der Hund sind, können bleibende Angst bekommen, wenn ein ausgewachsener Hund sie anspringt. Ein “eingesprungener Gruß” von Ihrem Golden Retriever ist also nicht erwünscht. 

Durch konsequente Übungen und Anweisungen, wie “Sitz”, ist dieser “sprunghaften” Begrüßung aber problemlos beizukommen.

Zerstörerisches Potential

Golden Retriever haben das Wort „Retrieve“ aus einem bestimmten Grund in ihrem Namen: um etwas in ihrem Mund zu tragen und zu bringen. Und ja, diese Rassen sollten früher Jäger unterstützen und die geschossene Beute tragen.

Wenn einem Golden Retriever langweilig ist, sucht er sich eine Beschäftigung. Wenn Sie geistig und körperlich nicht ausgelastet sind, legen sie los.

Daher sollten sich Besitzer dieser Rasse im Klaren sein, dass dieser gemütlich aussehende Hund ausgepowert und beschäftigt werden muss. Lange Spaziergänge, Apportierspiele, Puzzle- und Schnüffelspiel sind ein absolutes Muss, wenn Sie Ihre Wohnungseinrichtung lieben. Da kann z.B. eine Schnüffelmatte* helfen. 

Wenn Sie Ihrem Hund diese Abwechslung und Beschäftigung nicht bieten, könnte Ihre Wohnung später so aussehen:

Ihre Langweile lassen sie an Socken oder Möbeln aus. Oder sie plündern die Küchenschränke, was auch noch gefährlich sein kann. Manche Lebensmittel sind giftig für Hunde: z.B.: Rosinen, Zwiebeln und Schokolade. Um zu wissen, was Ihr Hund so treibt, wenn Sie weg sind, stellen Sie eine Kamera auf.

Zur Beruhigung: Nicht alle Golden Retriever zeigen so ein Verhalten. Viele schlafen, beschäftigen sich mit ihrem Spielzeug und kauen Knochen, wenn ihre Besitzer außer aus sind. Wenn Sie aber einen Zerstörer im Hause haben, sollten Sie sich Rat bei einem Hundetrainer suchen. Und gehen Sie das Verhalten schnell an! Warten Sie nicht, und hoffen darauf, dass sich das schon geben wird.

Alles in den Mund nehmen

Golden Retriever wurden zum Apportieren gezüchtet. Das heißt, sie können gar nicht anders, als ständig etwas ins Maul zu nehmen. Und dabei ist es egal, was das ist: Kleidung, Ihr Arm, ein Ast oder Spielzeug. 

Das mag ja anfangs niedlich sein, aber Menschen, die damit nicht vertraut sind, schreckt das ab. Eventuell ziehen sie den Arm oder die Kleidung weg und Ihr Goldie denkt, der andere will spielen. Dabei kann schnell jemand verletzt werden.

Beim Training sollte Sie auf jeden Fall das “Aus”-Kommando von Anfang an üben.


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Ziehen an der Leine

Mit der natürlichen Freundlichkeit und aufgeschlossenen Persönlichkeit des Golden Retrievers ist es eine absolute Freude, Zeit im Freien zu verbringen. Retriever sind neugierig auf neue Orte, neue Hunde und neue Menschen. Manchmal sind die dabei zu eifrig.

Wenn sie unterwegs sind, neigen Retriever dazu, im Tunnelblick loszulaufen. Ein anderer Hund, ein offenes Feld, ein anderes Tier. Und nicht erzogenen Retrievern ist es völlig egal, wer am anderen Ende der Leine ist. Und wenn ein knapp 40 Kilogramm schwerer Hund zum Spurt ansetzt, kann das Menschen schon mal umhauen. Und es ist auch nicht gesund für den Nacken Ihres Hundes.

Leinenführigkeit ist ein absolutes Muss für einen Golden Retriever. Wählen Sie ein stabiles Brustgeschirr* für das Training Ihres Hundes. 

Aufmerksamkeitsbedürftig

Golden Retriever sind zweifellos von Natur aus freundlich. Das bedeutet aber meistens auch, sie wollen im Rampenlicht stehen und sie möchten viiieeeel Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund sind Retriever für Familien geeignet. Denn jeder kann ihnen Aufmerksamkeit schenken und mit ihnen spielen.

Die Mittel, um Ihre Aufmerksamkeit einzufordern, sind unterschiedlich. Bellen, auf Fingern kauen, mit Quietsche-Spielzeug Lärm machen, am Arm anstupsen und noch viel mehr. Und eigentlich ist nichts dabei, wenn Ihr Hund Ihnen zu verstehen gibt, dass er jetzt an der Reihe ist.

Doch es gibt Retriever, die ein Aufmerksamkeitsproblem haben. Sie wollen permanent Aufmerksamkeit. Spielen nicht alleine, beschäftigen sich nicht alleine und das artet bei Mensch und Tier in Stress aus. Auch in diesem Fall sollten Sie einen professionellen Hunde-Trainer zu Rate ziehen.

Zu viel Energie

Wenn Sie an einem Golden Retriever vorbeigehen, spüren Sie oft seine Energie. Er schnuppert, hechelt, schnüffelt und wedelt mit dem Schwanz. Und alles muss sofort erkundet werden. Das hört sich alles erstmal ganz nett an, aber wenn dieser neugierig energiegeladene Zustand ein Dauerzustand ist, kann das anstrengend werden. 



Mit Energie im Überfluss stellen Retriever alles mögliche an, um dieses Energie loszuwerden. Oft sind das für uns Mensch unerwünschte Dinge oder Aktivitäten. Dazu gehören das Herumrennen im Wohnzimmer, das Ankauen von Gegenständen, das Klauen von Dingen.  Wenn Sie das Ihrem Goldie durchgehen lassen, dann ist das Leben mit ihm bald nicht mehr so goldig. Zeigen Sie ganz klar, an welchen Dingen – und zwar nur sein Spielzeug – er kaufen darf. Passendes Spielzeug zum Kauen* finden Sie in unserem Shop.

Trennungsangst

Die Tatsache, dass sie gesellige, liebevolle und familienorientierte Hunde sind, macht Golden Retriever auch anfällig für Trennungsangst. Dies tritt häufig auf, wenn Sie das Haus verlassen, weil Sie arbeiten oder einkaufen gehen müssen. Tatsächlich leiden Golden Retriever häufiger unter Trennungsangst als andere Hunderassen.

Die Schwere ihrer Trennungsangst kann von leicht bis sehr gravierend reichen, was durch unterschiedliche Symptome deutlich wird. Bei Retrievern mit leichter Trennungsangst laufen sie auf und ab, jammern, sabbern und laufen hektisch herum.

Wenn die Angst stark wird, kann dies dazu führen, dass sie sich auf destruktives Verhalten einlassen, wie z. B. an Fenstern oder Türen zu graben oder zu beißen. Auch Sofas und Kissen sind oft Ziel dieser Attacken. Dabei zerstören sie nicht nur Ihr Heim, sondern sie können sich dabei auch schwer verletzen.

Ich habe einen ganzen Artikel über Trennungsängste geschrieben: Trennungsangst bei Hunden und Welpen: Symptome, Ursachen, Prävention und Behandlung  

Welpen beißen sich durch

Wie bei allen Hunderassen ist es für Welpen nur natürlich, auf alles zu beißen, wo sie dran kommen. Ja, auch Golden-Retriever-Welpen sind darin ganz groß. In diesem Stadium ist es entscheidend, Ihren Welpen zu trainieren und ihm beizubringen, dass er sein Beißverhalten kontrollieren muss. Sie dürfen dies einem Welpen oder einem pubertierenden Hunde-Teenager nicht durchgehen lassen.

Golden Retriever mit Welpe

Graben und buddeln

Graben ist allen Hunden angeboren, egal welche Rasse, Größe oder Form. Dies kann ein Problem sein, insbesondere wenn sie anfangen, Gegenstände wie Fensterrahmen, Türen oder den Kühlschrank in der Küche auszugraben. Das kann zu enormen Schäden führen.

Grund ist oft Bewegungsmangel und zu wenig Beschäftigung. Die Stimulation von Körper und Geist muss bei diesen Arbeitshunden ausgeglichen sein, sonst zeigen sie Fehlverhalten. 

Eine gute Möglichkeit ist, ihre Aufmerksamkeit entweder mit einem Haustierspielzeug oder einem einfachen Apportierspiel* abzulenken. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie anwesend sind. Alternativ können Sie Ihrem Hund auch eine sichere Möglichkeit zum Graben im Garten bieten, z. B. einen hundefreundlichen Sandkasten.

Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten. Lesen Sie meinen ausführlichen Artikel: So verhindern Sie, dass Ihr Hund sich unter dem Zaun hindurch gräbt.  

Aggression

Obwohl Aggressivität nicht ein typisches Golden Retriever-Verhalten ist, kann es dennoch auch bei den Goldies auftauchen. Es gibt mehrere Faktoren oder Gründe, warum dies bei den wenigen, die aggressive Tendenzen haben, der Fall sein kann.

Dazu gehören körperliche Bestrafung aus der Vergangenheit, ein schlechter Züchter oder ein Mangel an Sozialisation mit anderen Hunden oder Menschen. Hier haben Sie als Besitzer großen Einfluss: Kaufen Sie Ihren Golden Retriever von einem seriösen Züchter. Bestrafen Sie Ihren Hund für schlechtes Benehmen nie körperlich. Stellen Sie Ihren Retriever anderen Familienmitglieder, anderen Tieren und Dingen aus dem täglichen vor (z.B. Fahrräder, Autolärm, Skateboards, etc.) 

Wenn die Aggression jedoch anhält, sollten Sie sich professionelle Hilfe von einem Hundetrainings-/Verhaltensspezialisten holen.

Fazit:

Der Golden Retriever ist eine großartige Hunderasse für jedermann, einschließlich Einzelpersonen, Paaren und insbesondere Familien. Wie alle sozialen Wesen entwickeln auch Retriever auf natürliche Weise ihre Verhaltensweisen.

Sollte diese als friedliche und sozial bekannte Hunderasse Verhaltensauffälligkeiten zeigen, müssen Sie die Faktoren und Gründe für das schlechte Benehmen genau bestimmen. Gründe für Fehlverhalten können sein: mangelnde körperliche Bewegung, mangelnde geistige Stimulation, Sozialisation, schlechte Züchter und mangelnde Erziehung und ungenügendes Gehorsamkeitstraining.

Wenn Sie die Faktoren kennen und diese abstellen bzw. viel Training investieren, werden Sie einen tollen Gefährten bekommen. Der ganze Prozess wird nicht einfach sein, aber mit Geduld und Entschlossenheit können Sie für alle ein glückliches Leben erreichen, für Besitzer*innen und Hunde.

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