Übelkeit beim Autofahren

Hilfe für Labradore und Golden Retriever, die reisekrank werden

Die Reisekrankheit von Hunden in Autos ist für viele Labradore und Golden Retriever ein unangenehmes Problem. Und natürlich auch für Herrchen und Frauchen.

Reisen soll Spaß machen!

Aber natürlich nicht mit einem Hund neben Ihnen, der sich übergeben muss. In diesem Artikel bekommen Sie Tipps, wie Sie reisekranken erwachsenen Hunden helfen können und was Sie tun können, damit Welpen erst gar keine Reisekrankheit entwickeln.

Zuerst gibt es Tipps für Hunde, die bereits unter Reiseübelkeit leiden. Lesen Sie, wie Sie Ihrem Labrador oder Golden Retriever helfen können.

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Was verursacht die Reisekrankheit bei Hunden?

Die beiden Hauptursachen für die Reisekrankheit bei Labradoren und Golden Retriever sind Stress und Übelkeit durch die Bewegung des Autos. Die ständige Bewegung vor allem in den Kurven beeinträchtigt den Gleichgewichtssinn.

Sobald Ihr Hund während einer Autofahrt einmal eine Übelkeit verspürt hat, hat sich diese schlechte Erfahrung bei ihm im Gehirn festgesetzt. Sobald er danach in ein Auto einsteigen soll, ist er automatisch gestresst. Und allein dieser Stress verursacht bzw. verstärkt die Reisekrankheit. Daher sind diese beiden Faktoren in der Regel schwer voneinander zu trennen. Sie bilden eine Art „Teufelskreis“.

Wie Sie Ihrem Reisekranken Hund helfen können

Es gibt verschiedene Ansätze, um einem Hund mit bestehender Reiseübelkeit zu helfen. Welcher Ansatz für Ihren Hund am besten geeignet ist, hängt davon ab, wie stark die Symptome sind. Auf alle Fälle sollten Sie mit Ihrem Tierarzt über die verschiedenen Optionen sprechen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.



Dinge, die einem reisekranken Hund helfen können:

  • Stress abbauen
  • Bewegungsstärke reduzieren
  • Konditionierung und Vorbereitung
  • Tabletten

Natürliche Heilmittel für reisekranke Hunde

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie versuchen können, Ihrem kranken Hund zu helfen, bevor Sie auf Tabletten zurückgreifen.

Diese Methoden sind besonders hilfreich bei leichten Fällen von Reisekrankheit. Der erste Ansatz besteht darin, den Stress beim Autofahren zu reduzieren.

Stressabbau beim Autofahren

Das Auto und die Autofahrt mit positiven Gefühlen in Verbindung zu bringen, ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Es gibt verschiedene Dinge, die Sie ausprobieren können.

  • Der Einsatz von Kongs oder anderen Lieblingsspielzeugen im Auto kann hilfreich sein. Das lenkt die Hunde ab und Sie können in den Kong auch etwas Leberwurst oder andere Leckerli füllen.
  • Eine weitere nützliche Taktik besteht darin, dem Hund eine Zeit lang alle Mahlzeiten im Auto zu geben und sicherzustellen, dass das Auto mit nichts Unangenehmem in Verbindung gebracht wird (z. B. Tierarztbesuche). Also zum Tierarzt laufen oder z.B. im Anhänger an einem Fahrrad, aber nicht im Auto. Es sei denn, es ist ein absoluter Notfall und es muss schnell gehen.
  • Einige Hunde sind ruhiger, wenn sie in einer Kiste mit einer Decke darüber reisen. Der dunklere beengte Raum scheint beruhigend auf sie zu wirken. Aber Achtung, es gibt auch Hunde, die sich in beengten Räumen gar nicht wohl fühlen. Das würde in dem Fall den Stressfaktor wieder erhöhen.
  • Einige Leute schwören auf Halsbänder mit Pheromonen. Diese Halsbänder bekommen unterschiedliche Kritiken, aber das kann teilweise daran liegen, dass Käufer unrealistische Erwartungen haben. Auf Amazon* können Sie sich die Bewertungen des Halsbandes Adaptil Halsband für Hunde* ansehen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es das Halsband in verschiedenen Größen gibt.

Und vielleicht stellt sich bei den oben genannten Helferlein auch deshalb Erfolg ein, weil der Mensch weniger aufgeregt und gestresst ist und so auch der Hund weniger Stress hat. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert, es auszuprobieren.

Reduzierung der Fahrzeugbewegungen

Hunde, die an Reisekrankheit leiden, zeigen in der Regel deutliche Anzeichen, bevor sie sich tatsächlich übergeben. Sie werden oft träge, sehen elend aus und können reichlich sabbern.

Es hat sich gezeigt, dass Hunde am besten nach vorne schauen und nicht auch noch rücklings zur Fahrtrichtung sitzen. Das hilft den meisten Hunden, genau wie Menschen.

Es gibt Hunde, die nur in ihren Reiseboxen krank werden, aber nicht wenn sie auf dem Rücksitz sitzen dürfen. Dann sollten Sie Ihrem Hund aber ein Geschirr anlegen, damit er bei Bremsmanövern gut gesichert ist.

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Vielen Hunden scheint es auch zu helfen, wenn das Auto kühl ist und nicht so überhitzt. Also gerne die Fenster ein paar Zentimeter öffnen.

Gegen-Konditionierung bei Reisekrankheit

Der wahrscheinlich wichtigste Schritt, den Sie unternehmen können, besteht darin, den Hund so zu konditionieren, dass ihn das Autofahren nicht krank macht. Das ist einfacher an als es sich anhört.

Setzen Sie den Hund ins Auto, Motor abgestellt. Schließen Sie die Tür für sehr kurze Zeit (10-20 Sekunden). Dann öffnen Sie die Tür wieder und belohnen Sie ihn dann großzügig.

Verlängern Sie die Zeit nach und nach. Sobald er im stehenden Auto entspannt ist, versuchen Sie es mit sehr kurzen Fahrten. Erstmal nur 50-70 Meter und wieder zurück. Und immer wieder Leckerlis geben.

Nach mehreren erfolgreichen Sitzungen beginnen Sie, die Strecken langsam zu verlängern.

Hier noch einmal die Phasen, die Sie unbedingt in dieser Reihenfolge angehen sollten:

  • Übung im stehenden Auto, mit abgestelltem Motor
  • Übung im stehenden Auto, bei laufendem Motor
  • Die sehr kurze Strecken, die dann verlängert werden

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, mit dem stehenden Auto zu beginnen und die Fahrzeiten sehr langsam zu verlängern. Denn wenn Sie diese Übung nicht mit einem Welpen, sondern mit einem Hund machen, der bereits heftig reisekrank war, dauert das eine ganze Zeit, bis die Umkonditionierung funktioniert. Vor allem fahren Sie anfangs wirklich nur ein paar Meter. Erhöhen Sie die Entfernungen nur, wenn Ihr Hund überhaupt keine Anzeichen von Krankheit zeigt. Alles andere würde einen Rückfall bedeuten.

Es kann sein, dass diese Methode am Ende für Reisen im Stadtbereich oder mal raus in den Wald reicht. Es gibt Hunde, die sich nie an lange Urlaubsreisen mit dem Auto gewöhnen können. Damit müssen Sie rechnen. Für die täglichen Fahrten sind die Erfolgsaussichten allerdings sehr hoch.

Dimenhydrinat (Dramamin) für Hunde

Wenn Sie Ihrem Hund mit den oben genannten Möglichkeiten nicht helfen können oder eine unvermeidbare Reise mit einem sehr schlimmen Fall unternehmen müssen, müssen Sie sich bei Ihrem Tierarzt über Medikamente beraten lassen.

Verzichten Sie bei reisekranken Hunden auf generelle Beruhigungsmittel, weil die auch den Kreislauf beeinflussen. Es gibt das Medikament Dimenhydrinat (Dramamin).

Dieses Medikament wird auch beim Menschen angewendet, aber Sie müssen sich von Ihrem Tierarzt die richtige Dosis für Ihren Hund verschreiben lassen. Der Wirkstoff ist Dimenhydrinat und sollte Ihren Hund nicht schläfrig machen. Das Arzneimittel muss etwa eine Stunde vor der Reise verabreicht werden und sollte mehrere Stunden wirken.

Vielen Besitzern ist es zutiefst zuwider, Ihrem Hund Tabletten geben zu müssen. Und im Grunde haben sie Recht. Aber Reisekrankheit ist für Hunde schrecklich und wenn Sie sie das Problem nicht mit einfachen Hausmitteln lösen können, brauchen Sie die Hilfe Ihres Tierarztes und Tabletten.

Es ist möglich, dass Ihr Hund, wenn er mit Hilfe der Medikamente gegen Reisekrankheit ein paar bequemere Reisen hinter sich hat, weniger gestresst ist. Sie können dann möglicherweise die Dosis reduzieren oder die Tabletten vielleicht sogar ganz absetzen.

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über den besten Weg, Ihrem Hund zu helfen.

Vermeidung von Reisekrankheit bei Welpen

Obwohl junge Welpen anfälliger für Reisekrankheiten sind als ältere Hunde, ist es eine gute Idee, Ihren Welpen frühzeitig an Autofahrten zu gewöhnen.

Es ist wie bei vielen anderen Dingen auch, je früher Hunde Dinge lernen und kennenlernen, desto einfacher funktioniert es. Die meisten Hunde, die bereits als Welpen häufiger Autofahren, haben später keine Probleme.



Kurz und oft Auto fahren

Das Geheimnis zur Vermeidung der Reisekrankheit bei Ihrem Welpen sind viele kurze Fahrten.

Junge Labradore und Golden Retriever müssen für viele Dinge sozialisiert werden, so auch für Autos. Welpen sollten jede Woche mehrere kurze Strecken fahren.

Wenn Sie in einer großen Stadt leben und kein Auto fahren, sondern S-Bahn, U-Bahn und Bus gilt das gleiche. Auch damit muss ein Welpe sozialisiert werden. Statt Auto fahren Sie mehrere ganz kurze Strecken mit Bus und Bahn.

Füttern Sie Ihren Welpen eine Stunde vor der Reise nicht, denn das kann die Wahrscheinlichkeit einer Übelkeit steigern. Hinterher können Sie ihn ausführlich loben und auch ein Leckerli geben.

Das Ziel ist, dass Ihr Hund mehrere gute Erfahrungen in Folge im Auto hat. Sie dürfen auf keinen Fall aufgeben, sollte Ihr Hund bei den ersten Malen doch krank werden. Ich gebe zu, eine schlechte Erfahrung macht das Training und die Gegen-Konditionierung nicht einfacher, aber es lohnt sich.

Die meisten Welpen gewöhnen sich schnell ans Autofahren, wenn sie innerhalb weniger Wochen oft mit dem Auto fahren, und können dann problemlos auf viel längere Reisen mitgenommen werden.

Zusammenfassung

Die Autokrankheit von Hunden kann vermieden werden, indem Sie Welpen ausreichend Gelegenheit gegeben, kurze und positive Autofahrten zu erleben.

Eine leichte Autokrankheit kann manchmal mit den hier beschriebenen einfachen Methoden zum Stressabbau und sorgfältigen Konditionierungstechniken behandelt werden.

Sollte Ihr Hund schwerer an der Reisekrankheit leiden, sollte er von einem Tierarzt ein Medikament gegen die Reisekrankheit verschrieben bekommen, insbesondere für lange Reisen.

Ihre Erfahrungen

Leidet Ihr Hund an Reisekrankheit? Wie helfen Sie ihm, mit langen Reisen fertig zu werden?
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Autorin Nina Schwarz: Nina ist mit Katzen und Hunden aufgewachsen. Die eigenen und „Urlaubshunde“. Einige Jahre hat sie auch ehrenamtlich als „Spaziergänger“ in einem Tierheim mitgeholfen. Sie liebt Tiere und freut sich, alles weiterzugeben, was sie über Hunde und Katzen gelernt hat.


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