Vertragen sich Labradore mit Katzen oder jagen sie Katzen?

Glücklicherweise benehmen sich viele Labrador-Retriever in der Gegenwart von Katzen gut und sind Katzen gegenüber freundlich gesinnt.

Die Wahrheit ist jedoch, dass nicht alle Hunderassen gut mit Katzen umgehen können. Übrigens können auch nicht alle Katzen gut mit Hunden umgehen! Das sollte man auch nicht vergessen.
Sie können jedoch Maßnahmen und Schritte unternehmen, um Katzen und Labradore gut aneinander zu gewöhnen.

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Es gibt gute und weniger gute Freundschaften zwischen Labradoren und Katzen. Wir sehen sie täglich auf Bildern und in Videos. Es gibt kuschelnde Katzen und Labradore, die sich zuckersüß den Schlafplatz teilen. Es gibt aber genauso wilde Jagdszenen zwischen den beiden.
Warum ist das so? Warum verstehen sich manche Hunde gut mit Katzen und andere nicht?
Intelligenz, Rasse und Sozialisation spielen eine wichtige Rolle dabei, ob Ihr Hund eine Katze als Mitbewohner tolerieren wird.

Intelligenz

So wie Menschen unterschiedliche Arten von Intelligenz haben können, so ist dies auch bei Hunden.



Einige Hunderassen, wie der Labrador, erzielen durchweg hohe Punktzahlen bei einer Art von Intelligenz, die als Arbeitsintelligenz bezeichnet werden kann. Man könnte auch sagen, es ist eine menschenbezogene Intelligenz, denn Labradore “arbeiten” gerne für den Menschen.
Die Herausforderung beim Eingewöhnen mit der Katze besteht also darin, dass Ihr Labrador die neue Familienkatze als Mitglied seines Rudels zumindest akzeptiert und idealerweise auch lieben lernt.

Rasse

Die Rasse ist ein weiterer wichtiger Faktor für die Vorhersage, wie gut ein Hund und eine Katze miteinander auskommen können (oder nicht).

Labradore werden seit Generationen als Retriever-Hunde gezüchtet.
Sie jagen im Allgemeinen nicht alleine, sondern begleiten einen menschlichen Jäger und helfen beim Auffinden der niedergestreckten Beute. Mittlerweile sind sie hauptsächlich Haus- und Familienhunde. Ihr Jagdtrieb ist relativ gering.

Die Labradore wurden auch selektiv dazu gezüchtet und geschult, nicht zu hart zuzubeißen. Sie halten Gegenstände, sei es ein Beutetier, ein Ball oder einen Spielgefährte, “sanft im Mund”. Sie verbeißen sich also nicht so in Gegenstände wie manch andere Rasse.

Gut gezüchtete, gut ausgebildete Labradore sind in der Regel auch relaxed, familienorientiert und verspielt. Dies kann hervorragend funktionieren, wenn Ihre neue Katze ein geselliger Vertreter ist, die gerne mitspielt.

Ausbildung und Sozialisation

Selbst unter Berücksichtigung der nativen Intelligenz Ihres Labradors ist der wichtigste Aspekt für die Familienharmonie zwischen Hund und Katze die Sozialisation von klein auf.
Viele Experten sagen, der beste Zeitpunkt, um eine Katze und einen Hund aneinander zu gewöhnen, ist, wenn beide noch klein sind.

Auf diese Weise durchlaufen beide ähnliche Wachstumsphasen und Trainingsphasen gleichzeitig. Hund und Katze sind beide dafür bekannt, dass sie in jungen Jahren eine Prägephase haben. Und wenn sie diese gemeinsam verbringen, werden sie ein Leben lang Freunde sein.

So sollte es im besten Fall auf Ihrem Sofa zugehen:

Wenn Sie dies jedoch nicht tun können, weil beide oder einer von beiden schon älter ist, dann gibt es einen weiteren wichtigen Faktor: Wie gut ist Ihr Labrador erzogen?

Wenn Sie Ihren Labrador nicht gut erzogen haben und er allem hinterherjagen und an allem kauen darf, dann wird die Zusammenführung mit einer Katze schwierig. Ihr Hund sollte die Grundkommandos beherrschen, bevor Sie ihn mit einer Katze zusammenführen.

Labradore sind Jagdhunde

Spezialisten unterscheiden in Arbeits-Labradore und Show-Labradore. Die einen (auch Amerikanische Labradore genannt) werden für die Jagd und für die Arbeit eingesetzt, die anderen (auch englische Linie genannt) sind eher Haustiere.

Natürlich sind die Hunde der Showlinie besser geeignet, für eine Vergesellschaftung mit einer Katze. ABER: Man kann das den Hunden nicht ansehen, das kann man nur durch die Zuchtpapiere herausfinden.

Labradore sind auch Familienhunde

Labrador Retriever gehören in Deutschland zu den beliebtesten Hunderassen.
In Deutschland gibt es sehr viele Labradore, die auf Sofas, Höfen und in unseren Häusern Zuhause sind. Die überwiegende Mehrheit dieser Hunde wird und wurde niemals als Jagdhunde ausgebildet, sondern sie führen eher das Leben eines verwöhnten Familienhundes.
Ein Labrador hat also Jagdtrieb, aber bei den meisten Hunden ist dieser Trieb über Generationen heruntergezüchtet worden.

Labradore und kleine Kätzchen

Kätzchen sind so entzückend und kuschelig, und es kann schwierig sein, sich vorzustellen, dass etwas so Kleines und Süßes echte Probleme verursachen könnte. Aber warten Sie einfach, bis Ihr Kätzchen größer und selbstbewusster wird und alles in Sichtweite beißt und kratzt – einschließlich Ihres Labradors!

Es heißt also, Katze und Labrador müssen sanft und ruhig aneinander gewöhnt werden. Genau wie bei Menschen zählt der erste Eindruck. Es gibt einige Regeln und Vorsichtsmaßnahmen, die Sie beachten sollten, wenn Sie Ihren Labrador mit einer Katze vergesellschaften wollen.

Der beste Zeitpunkt, um Katzen und Hunde aneinander vorzustellen

Wenn Sie können, ist der beste Zeitpunkt, um einen Hund und eine Katze vorzustellen, wenn beide jung sind und die Gesellschaft ihrer Wurfgeschwister vermissen.

Diese gemeinsame Erfahrung der Trennung während einer kritischen Sozialisationsphase des Lebens erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Welpe und ein neues Kätzchen sehr leicht eine Verbindung aufbauen.

Dies kann besonders vorteilhaft sein, wenn Ihr Welpe zu einer mittleren oder großen Hunderasse gehört, wie eben Labradore.

Im Welpenalter sind die Größen- und Kraftunterschiede zwischen Katze und Hund oft nicht so ausgeprägt, und die Wahrscheinlichkeit einer versehentlichen Verletzung ist geringer.
Wenn Sie Ihrer Familie gleichzeitig einen Welpen und ein Kätzchen als Familienmitglieder hinzufügen, werden beide sich einfacher an die Anwesenheit des anderen gewöhnen. Keiner der beiden hat bereits ein fest gestecktes Revier in Ihrem Haus und keiner ist gegenüber dem Herrchen oder Frauchen besitzergreifend.

Ein weiterer Vorteil ist auch, dass sie in ähnlichen Lebensphasen wahrscheinlich ähnliche Energieniveaus haben werden. So haben Sie kein älteres, ruhigeres Tier, das sich mit einem pubertierenden Ruhestörer abgeben muss.

Die erste Begegnung zwischen Hund und Katze

Wenn Sie sich dazu entschließen, in Ihrer Familie eine Katze aufzunehmen, kommt es auf das erste Aufeinandertreffen an. Wenn das schief geht, kann es unter Umständen Monate dauern, bis der Stress sich gelegt hat.

Diese Tipps können Ihnen dabei helfen, ein erstes Treffen vorzubereiten, das mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein wird:

  • Stellen Sie Ihr Labrador der neuen Katze an einem Ort vor, der für beide relativ neutral ist.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Labrador angeleint ist.
  • Halten Sie das erste Treffen kurz – wenn es gut läuft, planen Sie kurz darauf ein weiteres kurzes Zusammentreffen.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Konflikten wie Aggression. Gerade junge Labradore neigen dazu, alles anzukauen. Zeigen Sie ihm seine Grenzen, wenn er an Ohren und Schwarz Ihrer Katze kauen möchte.
  • Haben Sie keine Angst, einen professionellen Trainer zur Hilfe einzuladen, wenn Sie unsicher sind oder wenn Sie das zum ersten Mal machen. Für einige Stunden ist ein Tiertrainer gar nicht so teuer und Sie können sich eventuell mehrere Wochen Stress ersparen.

Kann ich Labradore und Katzen im Erwachsenenalter zusammenbringen?

Ja natürlich können Sie das. Dann sollten Sie sich über die verschiedenen Eigenschaften der beiden Tiere im Klaren sein und sich folgende Fragen beantworten:



Denken Sie darüber nach, eine erwachsene Katze zu adoptieren?

Sie sollten alles, was Sie über die Persönlichkeit, den Spielstil, das Alter und die Vorlieben Ihres Labradors wissen, sorgfältig abwägen.

Ist Ihr Labrador jung, energiegeladen und spielt gerne etwas rauer?

Oder ist Ihr Labrador in den etwas älter? Glücklich darüber, öfter mal ein Nickerchen zu machen zu können und in der Sonne zu faulenzen?

Wie ist die Persönlichkeit Ihrer zukünftigen Katze?

Ist die neue Katze ängstlich, klein und scheu oder groß, robust und selbstbewusst?
Je mehr Sie die Persönlichkeit Ihrer Katze an das Temperament Ihres Labradors anpassen können, desto wahrscheinlicher ist es, dass die beiden gut miteinander auskommen.

Trainer sagen, dass ein Hund und eine Katze im Durchschnitt 2-3 Wochen brauchen, um Freundschaft zu schließen. In einigen Fällen geschieht dies jedoch schneller und in seltenen Fällen überhaupt nicht.

Achten Sie darauf, realistisch zu bleiben und in der Anfangszeit immer dabei zu sein, wenn die beiden sich begegnen.

Fazit: Vertragen sich Labrador Retriever gut mit Katzen?

Insgesamt ist ein gut gezüchteter, gut ausgebildeter, gut sozialisierter Labrador Retriever eine der besten Hunderassen, um sein Leben mit einer Katze zu verbringen. Ich möchte jedoch betonen: Es gibt keine Garantie, dass Ihr Labrador mit einer neuen Katze zurechtkommt.

Es ist genauso wichtig, die Persönlichkeit, das Temperament, das Alter und die Geschichte Ihres Labradors zu berücksichtigen. Ganz zu schweigen von der Katze, die Sie adoptieren oder kaufen möchten.

Einige Katzenrassen sind toleranter gegenüber Hunden, während andere es vorziehen, sich von Ihnen fernzuhalten.

Ich hoffe, dass Sie diesen Artikel über Labradore und Katzen hilfreich fanden, wenn Sie überlegen, eine Katze in Ihrem Haus aufzunehmen.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Zusammenführung von Hunden und Katzen? Hatten Sie Erfolg? Bitte posten Sie Ihre Geschichten und Erfahrungen in einem Kommentar, damit jeder sie lesen kann und weitere wertvolle Tipps erhält!

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Autorin Nina Schwarz: Nina ist mit Katzen und Hunden aufgewachsen. Die eigenen und „Urlaubshunde“. Einige Jahre hat sie auch ehrenamtlich als „Spaziergänger“ in einem Tierheim mitgeholfen. Sie liebt Tiere und freut sich, alles weiterzugeben, was sie über Hunde und Katzen gelernt hat.


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