Hilfe, meine Katze beißt! Wie Sie Katzen das Beißen abgewöhnen

In einem Moment schnurren sie sanft und im nächsten Moment greifen sie an und beißen. Oft passiert es beim Spielen, dass Katzen plötzlich zubeißen.

Aber warum beißen Katzen beim Spielen? Das hängt noch mit ihren Vorfahren zusammen. Katzen haben einen Jagdtrieb – mal mehr mal weniger – und sie lieben es, sich auf etwas zu stürzen und es zu beißen. Das machen sie mit Mäusen oder mit Spielzeug gleichermaßen. Und wenn sie unsere Hände als Spielzeug ansehen, dann beißen sie ebenfalls zu.

Wie verhindern Sie, dass Ihre Katze sie beißt? Dazu müssen Sie zuerst verstehen, warum Ihre Katze beißt.

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Warum beißen Katzen? Es gibt natürlich einige Gründe, warum eine Katze sich dafür entscheidet, in Ihre Hand zu beißen (oder in irgendetwas anderes in der Nähe). Es könnte sein, dass Ihre Katze eine Situation als Bedrohung empfindet und darauf reagiert. Oder Sie spielen etwas wilder mit Ihrer Katze. Die hat plötzlich das Gefühl, dass die Lage aus ihrer Sicht außer Kontrolle gerät und mit einem Biss will Sie Ihnen zeigen, wer hier die Situation kontrolliert.

Es gibt Katzen, die den kleinen Biss als eine Art Kommunikationsform einsetzen. Meine Katzen haben das nie gemacht, aber es gibt Katzen, die ihre Menschen mit einem Biss in die richtige Richtung lenken wollen, in die sie gehen sollen.

Schmerz oder auch die Assoziation mit Schmerzen lassen eine Katze beißen. Wenn sie irgendwo gestreichelt werden, wo es ihnen weh tut oder mal weh getan hat. Sie haben dann mit der Berührung Schmerzen verbunden und reagieren darauf, damit das nicht wieder passiert.

Ein anderer Grund könnte sein, dass Ihre Katze sich zurzeit nicht wohl fühlt und Sie bekommen die subtilen Zeichen, die sie gibt nicht mit. Dann wehrt sie sich mit einem Angriff.

Bitte bestrafen Sie Ihre Katze niemals mit körperlicher Gewalt. Die Katze versteht es nicht und Sie werden die Situation nur noch schlimmer machen.

Was können Sie tun, wenn Ihre Katze beißt?

1. Wenn eine Katze beißt, bleiben Sie ruhig

Das Schlimmste, was Sie tun können ist, vor Schmerz zu schreien und die Hand wegzuziehen! Ich weiß, das ist einfacher gesagt als getan. Gerade wenn Sie ihre Hand hin und her bewegen, um sich zu befreien, könnte Ihre Katze das als besonders schönes Spiel empfingen. Also sieht sie sich bestärkt in ihrem Verhalten.

Machen Sie keine plötzlichen Bewegungen und versuchen Sie nach Möglichkeit nicht, Ihre Hand wegzuziehen. Wenn Sie Ihre Hand oder die Hose, in die Ihre Katze gebissen hat, hin und her bewegen, setzt ihr natürlicher Jagdtrieb ein. Denn eine Maus beginnt auch, sich schnell zu bewegen, wenn sie gebissen wird. Also wird Ihre Katze noch fester zubeißen, um ihre Beute festzuhalten. Oft hören Katzen auf, wenn sie ruhig und still bleiben und lecken anschließend sogar Ihre Hand.

2. Entfernen Sie sich von einer beißenden Katze

Sie dürfen nicht auf das Beißen reagieren und müssen Ihrer Katze zeigen, dass Sie nicht interessiert sind und dies nicht ein Teil eines ausgeklügelten Spiels ist. Wenn sie Sie beißt, dann bleib ruhig und wenn möglich, stehen Sie einfach auf und gehen Sie ruhig weg. Zeigen Sie ihr keine Aufmerksamkeit, die sie möglicherweise als positives Feedback wahrnimmt. Wenn Sie keine Reaktion zeigen und sich ruhig entfernen, ist das nicht die Antwort, auf die Ihre Katze gehofft hat.



Ihre Reaktion wird sie enttäuschend sein, und obwohl dies einige Male dauern kann, bis sie es kapiert hat. Aber dann merkt sie, dass es keinen Spaß macht, wenn Sie einfach weggehen und sie ignorieren. Diese Taktik funktioniert bei vielen Tieren und kann auch bei Hunden angewendet werden. Erfahrene Eltern sagen, dass ignorieren und weggehen auch bei Kindern funktioniert, wenn sie sich schlecht verhalten!

3. Drängen Sie Ihre Katze nicht in eine Ecke

Katzen hassen es, keinen Fluchtweg zu haben. Wenn sie glauben, in die Enge getrieben zu werden, ist für sie ein Angriff oft der letzte Ausweg. Und das sagt ihnen ihr Instinkt, in manchen Situationen ist Angriff die beste Verteidigung. Wenn Sie mit Ihrer Katze spielen, tun Sie dies also in der Mitte des Raums.

Wird das Spiel dann etwas zu heftig oder bedrohlich für die Katze (aus welchem Grund auch immer), wird sie so eher einfach weggehen als anzugreifen. Natürlich möchten Sie lieber, dass sie mit Ihnen spielt, aber für die Situation ist es besser, wenn Ihre Katze einfach gehen kann, wenn sie nicht mehr spielen will. Und das ist immer noch besser, als Ihre Hand in einen Kratzbaum zu verwandeln.

Ganz einfach merken Sie das, wenn Ihre Katze zum Beispiel in einem Karton ist und Sie dort mit ihr spielen. Es ist weitaus wahrscheinlicher, dass sie Sie beißt und kratzt, wenn sie vier „Wände“ um sich herum hat und sich nicht aus der Situation entziehen kann. Dann ist für die Katze die Option Angriff die richtige Entscheidung.

4. Geben Sie Ihrer Katze eine Beiß-Alternative

Wenn Sie sich in einer Situation befinden, in der Sie glauben, dass Ihre Katze Sie gleich beißen könnte, geben Sie ihr etwas anderes, dass sie angreifen kann. Zum Beispiel ein kleines Spielzeug mit Katzenminze*.

Wenn Sie merken, dass Ihre Katze aggressiv spielt, nehmen Sie Ihre Hand weg und werfen Sie Ihr das Spielzeug vor die Pfoten. Sie wird höchstwahrscheinlich ihre Aufmerksamkeit darauf lenken und Sie in Ruhe lassen.

Wenn Sie Ihrer Katze diese Beiß-Alternative anbieten sollte es, wenn möglich, jedes Mal das gleiche Spielzeug sein, dass Sie ihr anbieten. Sie wird dann ihre aggressive Einstellung mit diesem Spielzeug verknüpfen. Halten Sie dieses Spielzeug jedoch von den anderen getrennt und lassen Sie sie es nur sehen, wenn diese aggressive Stimmung aufkommt. Das Problem dabei ist natürlich, dass Sie das Spielzeug immer bereithalten müssen, nur für den Fall!

Wenn Sie keine Maus mit Minze nehmen möchten, können Sie auch eine Katzenangel nehmen. Eine Freundin von mir nimmt die Katzenangel mit Plüsch und Federn* https://amzn.to/3bXc9j3 Die gibt es gleich im 5er-Pack und sie sind günstig, so kann auch ruhig mal eine kaputt gehen.

5. Klatschen Sie in die Hände

Dies ist eine Strategie, die nur bei Katzen angewendet werden sollte, die nicht schüchtern und schreckhaft sind! Ansonsten verschrecken Sie Ihre Katze zu sehr. Wenn Ihre Katze aber zu der dominanten und aggressiveren Sorte gehört, dann versuchen Sie diese Technik, die mentaler Konditionierung zusammenhängt. Immer wenn die Katze kurz davor ist, Sie anzugreifen oder bereits zugebissen hat, klatschen Sie in die Hände. Dazu sagen Sie bestimmt “Nein”, aber nicht schreien!

Das tut Ihrer Katze nicht weh, aber vermeiden Sie das Klatschen direkt neben ihren Ohren. Sie wollen nur, dass Ihre Katze aus der jetzigen Angriffshaltung herausgeholt wird. Klatschen Sie jedes Mal, wenn Ihre Katze zubeißt. Die Katze soll ihre eigenen Angriffe mit dem unangenehmen Klatschen verbinden. Es wird einige Versuche brauchen, aber Ihre Katze wird dann aufhören, Sie anzugreifen. Es ist wahrscheinlich die einfachste Methode, wenn Sie keine sensible Katze haben.

6. Ignoriere eine Katze, die beißt

Wenn Ihre Katze schüchtern ist, ist dies möglicherweise die Alternative zur Klatschtechnik. Auch hier ist das Verfahren einfach und ähnelt der Technik, bei der Sie ruhig bleiben und weggehen. Ihre Reaktion bei dieser Technik ist aber, Sie gehen nicht weg, sondern Sie schauen weg. Drehen Sie den Kopf weg von Ihrer Katze, die Sie beißt und drehen Sie ihr dann den Rücken zu.

Schauen Sie einfach in die entgegengesetzte Richtung und ignorieren Sie sie 5 Minuten lang. Das wird Ihrer Katze nicht gefallen. Ihre Katze will Ihre Gesellschaft, sie ist kontaktfreudig und will Ihre Aufmerksamkeit. Immer wenn sie beißt, entziehen Sie ihr all dies, indem Sie sich wegdrehen. Es wird etwas dauern, aber irgendwann wird sie eins und eins zusammenzählen und merken, dass Ihre Ignoranz mit ihrem Beißen zu tun hat. Dies ist zugegebenermaßen keine schnelle Lösung und sie werden wahrscheinlich einige Male gebissen werden, bis sie es begreift. Aber das Ziel ist in Sicht!

7. Finger und Hände weg!

Okay, das klingt vielleicht ein bisschen komisch und Sie sollen jetzt nicht ständig Ihre Hände hinter dem Rücken verstecken, aber: Hören Sie einfach auf, mit Ihrer Katze mit Ihren Händen zu spielen! Es stehen Ihnen so viele andere Optionen zur Verfügung. Wie wäre es mit diesem? Holen Sie sich einen Stock und binden Sie eine Schnur daran und am Ende eine Feder oder eine Filzkugel. Fertig! Ihre Katze sollte Ihre Hände am besten mit streicheln und füttern verbinden, nicht mit spielen.

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8. Mehr Spiel – weniger Verletzungen

Verbringen Sie etwas mehr Zeit damit, mit Ihrer Katze zu spielen. Das baut die Bindung auf und Ihre Katze wird mehr beschäftigt. Manche Katzen fangen an zu beißen, wenn sie zu wenig Aufmerksamkeit bekommen oder nicht ausgelastet sind. Wenn dann eine Stimulation – wie Ihre Hand da ist – lassen sie eventuell einfach ihren Frust daran aus. Und einen Versuch ist es sicher wert.

Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie jeden Tag mit Ihrer Katze verbringen. Denken Sie, Sie verbringen genug Zeit mit ihr? Wenn die Antwort “Nein” lautet, wissen Sie, was zu tun ist.

Verbringen Sie jeden Tag mindestens 20 – 30 Minuten mit ihr. Kaufen Sie bei Bedarf Spielzeug. Verwenden Sie ein Stück Schnur, wenn Sie kein neues Spielzeug kaufen möchten. In jedem Fall ist es einfach, Ihre Katze zu beschäftigen. Viele Beschäftigungsideen finden Sie auch in dem Artikel “20 Ideen, wie Sie Ihre Maine Coon beschäftigen”. Das lässt sich natürlich für alle Katzen übertragen.

9. Ist Ihre Katze kastriert oder sterilisiert?

Wie bei Hunden wird auch bei Katzen, die sehr wild und aggressiv sind, empfohlen, diese zu kastrieren oder zu sterilisieren. Natürlich nicht nur deswegen, sondern auch, weil Tierheime voll sind mit Katzen, die ein neues Zuhause suchen.

Oft werden Katzen nach einer Sterilisation oder Kastration ruhiger und weniger angriffslustig. Dieser Eingriff ist heute Standard und verursacht auch nicht allzu hohe Kosten beim Tierarzt. Gehen Sie zu Ihrem lokalen Tierarzt und lassen Sie sich zu diesem Thema beraten.

10. Mit einem Spritzer Wasser reagieren

Ich persönlich mag diese Option nicht, aber bei manchen frechen Katzen scheint es zu helfen. Das bedeutet auch, Sie müssen die Sprühflasche immer in der Nähe haben und der Spritzer sollte nur sparsam eingesetzt werden. Natürlich sollte nur reines Wasser zum Einsatz kommen, auf keinen Fall Seife hinzugeben.

Diese Methode kann aber auch nach hinten losgehen. Viele Katzen verstehen nicht, warum sie nass gespritzt und bestraft werden. Oftmals verbinden die Katzen die unangenehme Erfahrung auch mit Ihnen persönlich, denn das Wasser kommt ja direkt aus Ihrer Richtung. Es kann also passieren, dass die Katze die Bestrafung direkt mit Ihnen in Verbindung setzt und dies die Beziehung beeinträchtigt.

11. Sollte ich meiner Katze einen kleinen Klaps geben?

Nein, das sollten Sie auf keinen Fall! Es hat keinen Sinn und Zweck, außer Ihren persönlichen Ärger über etwas für ein paar Sekunden abzulassen. Sie werden Ihrer Katze damit nichts beibringen, sondern alle Fortschritte rückgängig machen, die Sie beim Aufbau Ihrer Beziehung gemacht haben. Es wird sich negativ auswirken und Ihre Katze wird Ihnen im schlimmsten Fall nicht mehr vertrauen und weniger mit Ihnen zusammen sein wollen. Wird es sie dazu bringen, Sie nicht mehr zu beißen und zu kratzen? Ja, höchstwahrscheinlich wird es das. Aber nicht, weil sie etwas gelernt hat, sondern weil Sie Angst vor Ihnen hat. Wollen Sie das wirklich?

Natürlich nicht! Es gibt andere und bessere Wege, um dasselbe Ziel zu erreichen, ohne auf Gewalt zurückgreifen zu müssen. In diesem Artikel habe ich Ihnen Methoden erläutert, wie Sie das Beißen Ihrer Katze unterbinden können, ohne Gewalt anzuwenden. Diese Methoden sind viel besser und zerstören nicht die Beziehung zu Ihrer Katze.

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Autorin Nina Schwarz: Nina ist mit Katzen und Hunden aufgewachsen. Die eigenen und „Urlaubshunde“. Einige Jahre hat sie auch ehrenamtlich als „Spaziergänger“ in einem Tierheim mitgeholfen. Sie liebt Tiere und freut sich, alles weiterzugeben, was sie über Hunde und Katzen gelernt hat.


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