Warum leckt meine Katze mich?

Katze leckt Finger

Eine Katze zeigt ihre Liebe und Zuneigung auf verschiedene Art und Weise. Vielleicht reibt sie ihren Kopf an Ihren Beinen, sitzt in Ihrem Schoss und tretelt oder sie miaut, um sich zu unterhalten. Das sind Liebesbekundungen, die wir Menschen in der Regel mögen. Aber es gibt auch Verhaltensweisen von Katzen, die manche Menschen nicht mögen. Zum Beispiel das Lecken. Und Besitzer fragen sich oft:

Warum leckt meine Katze mich? Katzen lecken sich selbst als ein tägliches Pflegeritual. Katzenmütter lecken ihre Kätzchen, um sie zu säubern. Katzen lecken sich gegenseitig, um eine soziale Bindung herzustellen. Ihre Katze hat wahrscheinlich mehrere Gründe, sie abzulecken, aber immer mit dem einen Ziel: Ihnen ihre Liebe zu zeigen.

Es gibt viele Gründe, warum Katzen lecken. Und es hat verschiedenen Bedeutungen. Hier eine Liste mit den verschiedensten Möglichkeiten.

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8 Gründe, warum Ihre Katze Sie ableckt

1. Es ist ein Zeichen ihrer Zuneigung

Versuchen Sie, das Lecken Ihrer Katze zu tolerieren. Sie zeigen Ihre Liebe durch streicheln und kuscheln, und Ihre Katze gibt Ihnen ein liebevolles Lecken zurück. Sie hat keine Ahnung, dass Sie den Geruch vom letzten Fressen riechen und die raue Zunge auf Ihrer Haut vielleicht nicht mögen.

Wenn Ihre Katze Sie an den Händen oder am Arm leckt können Sie sich ihrer Liebe sicher sein. Vielleicht hat Ihre Katze eine Vorliebe, Sie mit einem liebevollen Lecken morgens zu wecken. Sie sollten erfreut reagieren und das Kompliment zurückgeben (mit einem Streicheln, nicht mit einem Zurücklecken 😉 )

Natürlich zeigt Ihre Katze ihre Liebe zu Ihnen auch durch andere Gesten, aber keine ist für Katzen ein größerer Liebesbeweis. Wenn eine Katze Sie mit ihrer Zunge berührt, mag sie Sie wirklich. Was nicht gut ist würde Ihre Katze sonst nicht ablecken. Bevor Ihre Katze Ihnen die Zunge schenkt, zeigt sie ihre Zuneigung wahrscheinlich vorher durch

  • lautes Schnurren
  • verfolgen, wo immer Sie hingehen
  • Kopf an Ihnen reiben
  • sich auf den Rücken legen und Ihnen den Bauch entgegenstrecken.

2. Eine Katze leckt, um eine Bindung mit Ihnen aufzubauen

Ein weiterer Grund für das Lecken ist, eine soziale Bindung mit Menschen aufzubauen. Von klein auf werden Katzenbabys geleckt, um das Fell zu pflegen und eine Bindung aufzubauen. Katzen wiederholen dann dieses Erlebnis, wenn sie sich jemandem nahe fühlen.
Ihre Katze leckt Sie am meisten? Herzlichen Glückwunsch! Ihre Katze fühlt die stärkste Bindung zu Ihnen. Oft ist für Katzen diejenige die größte Bezugsperson, die sie füttert.

Auch wenn man annehmen könnte, dass weibliche Katzen am meisten lecken, denn sie machen es ja immer mit ihren Babys, stimmt das nicht. Tatsächlich lecken Kater öfter, um ihre Verbundenheit mit Menschen zu zeigen.

3. Die Katze will Sie durch Lecken pflegen

Wenn Sie zwei Katzen Zuhause haben, haben Sie bestimmt schon beobachtet, dass sie sich gegenseitig lecken. Dies dient zur Fellpflege und zur sozialen Kontaktpflege. Es hilft den Katzen, ihr Fell an schwierigen Stellen zu pflegen, z.B. zwischen Schulterblättern oder zwischen den Ohren.

Zwei Katzen lecken sich gegenseitig

Manchmal leckt Ihre Katze Sie, um soziale Beziehungen zu pflegen, wie mit jeder anderen Katze auch. Sie erkennt Sie als Teil der Familie an.

4. Eine Katze markiert durch Lecken ihr Revier

Katzen verwenden Pheromone, um ihr Territorium zu markieren. Diese Pheromone befinden sich in ihrem Urin, an den Seiten ihres Gesichts und in ihrem Speichel. Katzen markieren nicht nur Gegenstände in Haus und Garten, sondern zeigen durch Kopfreiben und Lecken auch an, dass Sie als Mensch zu ihnen gehören.

Die Katze beansprucht Sie als Mensch also als ihr Eigentum. Wir wussten doch schon immer, dass Katzen uns als ihr Personal ansehen  . Sie sollten dies als Zeichen ansehen, wie wichtig Sie Ihrer Katze sind. Es ist auch ein Signal an andere Katzen und Tiere in Ihrem Haushalt, dass Sie ihr gehören.

5. Die Katze ist ängstlich, besorgt oder gestresst

Es kann sein, dass Katzen lecken, wenn sie gestresst sind. Das Lecken schüttet bei der Katze Wohlfühl-Hormone aus, wie z.B. tanzen bei Menschen. Das ist ein ganz natürlicher Effekt. Das Lecken kann auch das Schmerzgefühl reduzieren und sich positiv auf die Katze auswirken.

Wenn Ihre Katze sie leckt und dabei nicht ruhig und glücklich wirkt, kann es sein, dass sie Stress oder Angst fühlt. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihre Katze beunruhigt und lösen Sie das Problem.


Der Auslöser könnte zum Beispiel die Veränderung ihrer täglichen Routine sein. Es könnte sein, dass die Person, die die Katze eigentlich füttert, für ein paar Tage verreist ist und diese Veränderung die Katze beunruhigt. Auch eine neue Katze im Haus oder eine fremde Katze im Garten könnte ein Grund sein.

Viele Katzenhalter setzten zum Beispiel einen Feliway Verdampfer* ein. (Klicken Sie auf den Amazon-Link und erhalten Sie ausführliche Kommentare von Nutzern.)

Der wird einfach in die Steckdose gesteckt und verströmt Pheromone, die denen von Katzen ähneln.

Sollten Sie die Ursache für die Angst und den Stress nicht finden und die Pheromone Ihre Katze nicht beruhigen, gehen Sie zu einem Tierarzt. Lassen Sie Ihre Katze medizinisch checken und sich von dem Facharzt beraten.

6. Eine Katze leckt ihren gestressten und besorgten Besitzer

Katzen spüren die Stimmungen ihrer Menschen genau. Wenn Sie krank sind, gestresst oder verärgert, leckt Ihre Katze Sie vielleicht, um zu sehen, ob Sie sich danach besser fühlen. Eine Katze weiß, dass Lecken sie selbst beruhigt und deshalb versucht sie diesen Trick auf bei ihren Menschen.

7. Katzen lecken Sie, weil Sie gut schmecken

Manchmal schlecken Katzen Sie einfach nur deshalb ab, weil Sie nach etwas riechen, das sie mögen. Sie haben vielleicht Fleisch in der Hand gehabt oder schmecken leicht salzig oder Sie haben eine Bodylotion aufgetragen, die für Ihre Katze gut riecht. Sie haben vielleicht Katzenminze oder ein anderes Gewürz in der Hand gehabt, das Ihre Katze mag. Katzen haben manchmal eine Vorliebe für komische Gerüche, es kann also auch sein, dass Sie mal an Ihren Füßen lecken, vor allem wenn Sie kurz vorher barfuß im Garten unterwegs waren.

8. Katzen lecken, wenn sie zu früh entwöhnt wurden

Die Entwöhnung von kleinen Kätzchen beginnt mit etwa 4 Wochen und ist mit 10-12 Wochen abgeschlossen.

Wenn ein Kätzchen – aus welchen Gründen auch immer – zu früh von der Mutter entwöhnt wurde, kann es sein, dass sie an Ihren Fingern lecken oder nuckeln. Dieses Verhalten können sie bis ins Erwachsenenalter zeigen, es gibt aber sanfte Wege, dieses Verhalten abzustellen, wenn sie noch jung sind.

Wenn Ihre Katze an Ihren Fingern nuckelt, ziehen Sie sie sanft weg. Wenn Ihre Katze nicht aufhört und immer wieder hinter Ihrer Hand her ist, legen Sie sie auf den Boden und lenken Sie Ihre Katze mit Spielen ab. Wenn Sie das konsequent machen und Geduld haben, wird das Nuckeln aufhören.

Wenn Ihre Katze Sie gerne abschleckt, sollten Sie die betroffenen Hautpartien außerdem immer reinigen. Auch sollte Ihre Katze regelmäßig tierärztlich untersucht und entwurmt werden. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, wenn Kinder im Haushalt leben und diese auch gerne von der Katze abgeschleckt werden.

Sie mögen das Lecken Ihrer Katze absolut nicht.

Wie kann ich meiner Katze das Lecken abgewöhnen?

Es gibt Menschen, die wollen partout nicht von ihrer Katze abgeleckt werden. Das Lecken fühlt sich anfangs witzig an und mag niedlich erscheinen, aber für manche wird es nach einiger Zeit doch unangenehm. Außerdem riecht die Stelle dann nach dem Speichel Ihrer Katze. Parfüm à la Katze könnte man es nennen, aber es würde sich sicher nicht in schönen Flakons verkaufen. Neben dem Geruch empfinden manche auch die raue Zunge als unangenehm und schmerzhaft.

Katzenzungen sind sehr rau. Das liegt an den so genannten Fadenpapilien. Das sind kleine harte Erhebungen. Diese helfen, das Wasser mit der Zunge besser aufzunehmen oder Fisch von Gräten zu trennen. Außerdem erleichtern sie die Fellpflege.

Eine Katze, die ihre Pfote leckt.

Ich habe ja oben ausführlich beschrieben, warum Ihre Katze sie leckt, es ist also meist ein absoluter Vertrauensbeweis. Deswegen dürfen Sie sich nicht zurückweisen.

Am besten funktioniert die Ablenkungstaktik. Sie hilft bei schlecht gelaunten Babys genauso wie bei leckenden Katzen. Spielen Sie mit Ihrer Katze zum Beispiel mit einer so genannten Katzenangel. Die gibt es mit Federn* oder mit einem stabilen Stoffschwanz*. (Die Bewertungen von anderen Katzenbesitzern können Sie sich auf Amazon ansehen.)

Sobald Ihre Katze mit dem Lecken beginnt, nehmen Sie das Spielzeug zur Hand und lenken Sie sie ab.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Im Internet finden sich auch Ratschläge gegen dieses Verhalten, von denen ich nur abraten kann.

  • Die Katze in einen anderen Raum bringen. Das ist eine Bestrafung für Ihre Katze, die Ihnen Zuneigung zeigen will. Sie würde versuchen, Ihnen zu folgen und Sie würden Ihrer Katze die Tür vor der Nase zu machen. Wahrscheinlich würde sie auch anfangen, zu miauen. Ihre Katze versteht nicht, warum sie von Ihnen getrennt wurde, obwohl Sie sie so liebt.
  • Wasser sprühen. Es gibt Leute, die tatsächlich empfehlen, Ihre Katze mit einem Stoß aus der Wasser-Sprühflasche zu stoppen. Auch hier gilt: Sie bestrafen Ihre Katze für ihre Liebe. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ihre Katze Ihnen nach einer solchen – für die Katze sinnlosen Bestrafung – nicht mehr vertraut.
  • Ärgerlich reagieren. Sie sollten niemals Ihre Katze anschreien oder gar körperlich zurückstoßen. Sie könnten Ihre Katze verschrecken und verletzen. Beide Methoden würden schnell zu einem Vertrauensverlust führen und das Verhältnis zwischen Ihnen zerstören.

Warum leckt meine Katze mich? – Zusammenfassung

Katzen lecken nicht nur Artgenossen, sondern auch Menschen. Es ist ein Zeichen von Zuneigung. Es gehört für Katzenbesitzer einfach dazu, dass sie geleckt werden. Es gibt nur sehr wenige Katzen, die nicht lecken, obwohl sie ein gutes und enges Verhältnis zu ihren Menschen haben. Das ist dann eher ein persönliches Verhalten als ein Zeichen, dass sie ihre Besitzer nicht mögen.

Für gesunde Menschen und Katzen ist das Lecken nicht gefährlich. Manchmal riecht es etwas unangenehm. Waschen Sie es einfach ab (wenn Ihre Katze nicht zuschaut).

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Autorin Nina Schwarz: Nina ist mit Katzen und Hunden aufgewachsen. Die eigenen und „Urlaubshunde“. Einige Jahre hat sie auch ehrenamtlich als „Spaziergänger“ in einem Tierheim mitgeholfen. Sie liebt Tiere und freut sich, alles weiterzugeben, was sie über Hunde und Katzen gelernt hat.